Das Festival-Programm 2025

Am 14./15.11.2025 präsentieren wir 4 Bands an 2 Abenden.
Los gehts jeweils um 19:30 Uhr.

Herzlich willkommmen!

Veranstaltungsort: Kulturkeller Z87, Frankfurter Str. 87, 97082 Würzburg

Freitag:  Michael van Merwyk Trio – Blues ohne Grenzen

Ein Songster ist sowas wie ein Vorgänger des Bluesman, mit einem wichtigen Unterschied: er spielt nicht nur den Blues, sondern alles, was er will - und genau das tut Michael van Merwyk seit er mit 15 Jahren zur Gitarre griff. Genregrenzen spielen keine Rolle. Songster wie Mississippi John Hurt, Big Bill Broonzy oder Leadbelly spielten für jedes Publikum und hatten für jede Lage den passenden Sound parat. In ihrer Tradition steht Michael van Merwyk:


„Meine Schule waren Kneipen, Clubs und Partys. Ich singe Songs und erzähle Geschichten. Meistens spiele ich eigene Kompositionen, aber auch die von anderen Musikern in ganz eigenen Versionen. Ein guter Song ist ein guter Song“. Seit nunmehr 40 Jahren ist der Zweimeter-Hüne in Sachen Blues etc. unterwegs und dabei ganz schön herum gekommen – von den Straßen in Memphis bis zu den Bühnen in Moskau, und von den Weiten Skandinaviens bis zu den Kanarischen Inseln. Beim „Alll is Blues“-Festival wird er nun mit seinem Trio auch zum ersten Mal in Würzburg Station machen.


Im Lauf seiner langen Karriere hat van Merwyk mit Blues-Legenden wie Jimmy Rogers, Larry Garner oder Jimmy Johnson gejammt, wurde zu zahlreichen renommierten Festivals eingeladen und spielte auf CDs von u.a. Larry Garner und Big Daddy Wilson. 2011 belegte er mit seinem Projekt Bluesoul den ersten Platz bei der German Blues Challenge. Darauf folgte 2013 als erste europäische Band ein zweiter Platz bei der International Blues Challenge in Memphis/USA. 2016 wählten Jury und Publikum bei den „German Blues Awards“ zum besten Blues-Sänger und besten Blues-Gitarristen Deutschlands.


Und natürlich hat der virtuose (Slide)-Gitarrist und Sänger Michael van Merwyk auch zahlreiche CDs aufgenommen. Seine aktuelle Produktion heißt „Blues everywhere I go“ und ist 2024 erschienen. Aufgenommen in Hamburg und Bielefeld bietet das neue Studioalbum, an dem bekannte Musiker der deutschen Blues-Szene wie Abi Wallenstein, Martin Röttger, Georg Schroeter und Marc Breitfelder mitwirkten, eine vielseitige Mischung aus überwiegend selbst komponierten Bluesstücken.
 

Künstler-Homepage: https://www.bluesoul.de/
Foto: Cora Stern

 


Freitag: Andrea de Luca – Maestro der Lapsteel-Gitarre

Musik aus Italien: Da denkt man hierzulande zunächst an emotionale Opern mit weltberühmten Arien, Italo Disco-Pop oder den unsterblichen Welthit „Azzurro“ von Adriano Celentano. Womit wir schon beim Thema wären. Azzurro heißt auf deutsch nämlich (himmel)blau. Und blaue Töne, also Blues, gibt es im Musikangebot von Bella Italia auch, wie wir bei der diesjährigen Ausgabe von „All is Blues“ zeigen wollen.

Wir meinen dabei nicht den allgegenwärtigen „Vater des italienischen Blues“, Zucchero, der mit seinem Soft-Blues größte Hallen und Stadien füllt. Denn wer in Italien nach authentischem und lebendigem Blues sucht, kann fündig werden. Beispielsweise bei dem Sänger und Gitarristen Andrea de Luca, der mit seiner Band direkt aus Rom zum All is Blues-Festival anreisen wird.

Neben seiner markanten Gesangsstimme ist de Lucas Markenzeichen die Lapsteel-Gitarre – akustisch gespielt oder elektrisch verstärkt prägt sie viele seiner Songs. Kleiner Exkurs: Das Instrument wurde ursprünglich in der Musik Hawaiis eingesetzt, weshalb es hierzulande auch als Hawaii-Gitarre bekannt geworden ist. Der Begriff Lapsteel-Gitarre erklärt sich damit, dass sie im Sitzen auf den Oberschenkeln des Spielers liegend gespielt wird (engl. Lap bedeutet Hüfte). Deshalb kann sie nicht herkömmlich gegriffen werden, sondern es wird zur Tonerzeugung von oben ein Metallröhrchen auf den Saiten hin und her bewegt, womit die typischen „singenden“ Glissando-Töne erzeugt werden. Im Blues fand diese Spielart auch als „Bottleneck“-Stil Eingang. Denn den frühen Bluesspielern stand oft kein Metallröhrchen zur Verfügung, weshalb sie sich mit einem abgebrochenen Flaschenhals behalfen.

Andrea de Lucas Live-Auftritte sprühen vor Energie, wobei er kein Hehl daraus macht, dass Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan, Johnny Winter oder Ben Harper zu seinen Inspirationsquellen gehören, deren Spieltechniken er schon in jungen Jahren analysierte und aufsog. Inzwischen ist sein eigener Stil so ausgereift, dass er selbst Lehrvideos des Lap Steel-Stils veröffentlicht.

Seine Mission: Er will seine Leidenschaft für den Blues einem immer breiteren Publikum vermitteln – und das mit vollem Elan und ganzen Herzen! Was er damit meint, lässt sich bei seinem Auftritt am 14. November bei All is Blues erleben.

Künstler-Homepage: https://www.delucablues.com/

Foto: www.delucablues.com


Samstag: Timo Gross – Roter Wein und blaue Töne

Der Pfälzer Gitarrist, Sänger und Komponist Timo Gross ist seit über 20 Jahren eine feste Größe in der deutschen Bluesszene. Seine markante Stimme und sein vielseitiges Gitarrenspiel sind seine Markenzeichen. Auch wenn er hin und wieder in Ausflüge in härtere Rocksphären macht, die Essenz seiner Musik ist und bleibt der Blues, der wie ein „blauer Faden“ immer präsent ist.

Timo Gross ist kein Purist, eher ein behutsamer Neuerer, der kernigem Rock den Blues einhaucht und umgekehrt. Er hält sich nicht lange mit der Frage nach Genregrenzen auf. „Bluesinfizierte Musik“ nennt er es, wenn man ihn denn in eine musikalische Schublade einordnen will.

Nach langen Jahren als Studiomusiker, in denen er alles von Country bis Hip Hop und Schlager spielte, veröffentlichte er 2005 sein erstes Bluesalbum „Down to the Delta“. Es funktionierte und verschaffte ihm gleich 100 Auftritte in einem Jahr. Und es ermutigte ihn zum Weitermachen. In Clubs genauso wie auf großen Festivals erspielte er sich eine große Fangemeinde und veröffentlichte ein gutes Dutzend Platten. Doch nach dem 2016 auf seinem eigenen Label Grand Cru erschienenen „Heavy Soul“ war erstmal Schluss.

Apropos Grand Cru: Auf seiner Website vertreibt Timo Gross auch einen eigenen Rotwein, einen 2022er Pfälzer Tempranillo namens „Black Dawg Bone“, der sich, so heißt es, durch „Aromen von Himbeeren, Kirschen, Cassis, aber auch florale Noten wie Veilchen und Rosenblüten“ auszeichnet. Vielleicht bringt er ja zu seinem Debüt in Würzburg ein paar Flaschen mit in die fränkische Weinmetropole.

Nach achtjähriger musikalischer Pause, während der er sich dem Komponieren neuer Songs und dem Produzieren anderer Künstler widmete, kehrte er 2024 schließlich mit dem Album „Black Dawg Bone“ zurück in die Bluesszene. Das neue Album wurde von Kritikern und Publikum mit Lob überschüttet.

Sein Songwriting hat sich kontinuierlich weiterentwickelt und in vielen Songs des Albums spiegeln sich die großen Themen des Lebens wider: Liebe, Tod, Angst und Hoffnung. Seine rauchige Stimme dominiert das Album und verleiht ihm eine intensive Ausdruckskraft. Die Gitarrenarbeit ist reduzierter als auf seinen vorherigen Alben, aber umso eindringlicher. Es ist ein authentisches Album, das die Essenz des Blues auf einzigartige Weise einfängt.

 

Künstler-Homepage: https://timogross.com/

Foto: Rene van der Voorden


Samstag: Big Daddy Wilson – Der Gentleman des Blues

Wenn afroamerikanische Musiker nach Europa kommen, dann haben sie in der Regel die Klänge ihrer Heimat im Gepäck – Soul, Jazz, Gospel oder eben auch den Blues. Bei Big Daddy Wilson aus North Carolina, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, war es umgekehrt. Als er als junger Mann nach Europa kam, weil er zu Hause keinen Job finden konnte, habe er vom Blues keine Ahnung gehabt, erzählt er. Und trotzdem ist aus ihm einer der populärsten Blues- und Soulsänger Europas geworden.

Zu Hause in dem kleinen Ort Edenton hat er Musik nur sonntags in der Kirche erlebt. Sein erstes „richtiges“ Konzert hörte er erst in Deutschland – es war eine Bluesband. „Ich habe den Blues hier in Deutschland getroffen. Ich wusste bis dahin nicht, was das ist; aber hier fand ich mit dem Blues etwas, was mir mein Leben lang gefehlt hat“, denkt er an diese Entdeckung zurück. Und er fand hier noch etwas: die Liebe seines Lebens. Seine langjährige Ehefrau Helga ist heute auch seine Managerin.

Schnell war er danach vom Blues-Virus infiziert. Und endlich hatte er auch die passende Musik gefunden, mit der er die Gedichte, die er schon seit langem schrieb, vertonen konnte. So entstanden seine ersten Songs, denen noch viele weitere folgen sollten.

Inzwischen hat Wilson mehr als ein Dutzend Longplayer veröffentlicht und sich eine große Fangemeinede in ganz Europa erspielt. Die beiden letzten sind „Hard Time Blues“ und „Plan B“, die er mit seiner aus italienischen Musikern bestehenden Band „The Goosebump Bros.“ aufgenommen hat, mit der er auch beim All is Blues-Festival auftreten wird. Durch zahllose Auftritte bei Konzerten und Festivals sind sie längst eine eingespielte Einheit. Mühelos bewegen sie sich zwischen Blues, Soul, Gospel und auch etwas Funk und Reggae.

Bei seinen Live-Auftritten ist Big Daddy ganz der freundliche Genleman. Im gut sitzenden schwarzen Anzug, mit Hut und Sonnenbrille zelebriert er mit warmer, sonorer Stimme seine Songs und erinnert dabei an den Reverend einer afroamerikanischen Kirchengemeinde. Wie diese versteht es Big Daddy Wilson sein Publikum schnell für sich einzunehmen und mit ihm eine rauschende Party zu feiern.

Künstler-Homepage: https://www.bigdaddywilson.com/

Foto: www.festival-fotograf.de


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